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Das versunkene Land von Elahuizen

1680 staute der Wind das Wasser so hoch auf, dass ein ganzes Dorf in den Fluten versank. Wenn man mit dem Boot zu der schwarz-gelben Boje im Fluessen (einem der friesischen Seen) fährt, befindet man sich ungefähr dort, wo früher die Kirche von Elahuizen stand. Moment mal... schlug da nicht gerade sogar die Kirchturmuhr?

Eine selbst verursachte Katastrophe

Versetzen wir uns zurück in die Eiszeit. Gletscher aus Skandinavien schoben sich landeinwärts und bildeten auf diese Weise die Hügellandschaft im Gaasterland. Sie schufen allerdings auch langgestreckte Senken. In diesen Senken finden wir heute das Heegermeer und die Seen Fluessen und Morra. Nach den Eiszeiten war das Land von einer vier bis fünf Meter dicken Torfschicht überzogen. Bauern gruben Entwässerungsgräben, um das sumpfige Gebiet trocken zu legen und urbar zu machen. Die Geländehöhe sank, die Moorlandschaft wurde zu Ackerland. Allerdings wurde Südwestfriesland dadurch anfällig für Überschwemmungen, die oft auch vom Meer ausgingen. So gaben die Torfstecher das Gebiet unwissentlich den Naturgewalten preis. Dort, wo Meerwasser hinkam, war das Land für die Landwirtschaft verloren. Allerdings konnte man dort Salz gewinnen. Die Namen mancher Seen, z. B. Sâltpoel, Brandeburen und Brandemar, erinnern heute noch an die Salzgewinnung, die hier stattgefunden hat. Bodenabsenkungen, Torfgewinnung und Erosion waren neben Wald- und Moorbränden mit ausschlaggebend dafür, dass die Seen in Südwestfriesland auf rigorose Weise immer größer wurden.

Elahuizen versunken

Elahuizen ist eines der Dörfer, die den Fluten zum Opfer fielen. In alten Chroniken lesen wir, dass die Wellen des Fluessen dem Dorf schon 1543 auf bedrohliche Weise zusetzten. 1578 war es erneut soweit. Im Jahre 1649 richteten die reißenden Fluten so viel Schaden an, dass die friesischen Landesherren Geldmittel für den Wiederaufbau der Kirche bereitstellten. Vergeblich. 1652 mussten die Kirche und der Friedhof um einige 100 Meter weiter nach Süden verlegt werden. Damit war der Leidensweg von Elahuizen aber noch nicht zu Ende. Gut 30 Jahre später wurden Kirche und Friedhof auch an der neuen Stelle von den Fluten erfasst. Elahuizen versank und wurde für immer ausgelöscht. Das Elahuizen, das wir heute kennen, ist eigentlich das Nachbardorf Nijega. 1967 wurde dieses Dorf auf Wunsch der Post in Elahuizen umbenannt. Denn Dörfer namens Nijega gibt es in Friesland gleich mehrfach, und das wurde der Post irgendwann zu dumm.