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Pingjumer Gulden Halsband

1000 Jahre ist er alt, der Seedeich mit seinem bemerkenswerten Namen: Pingjumer Gulden Halsband (das Goldene Halsband von Pingjum). Erleben Sie den besonderen Moment auf einer Wanderung, einer Radtour oder vielleicht sogar bei einem Ausritt.

Die friesische Flut

Das Pingjumer Gulden Halsband ist ein Innendeich, der das Dorf Pingjum vor dem Wasser der Marne, einem Seitenarm des Wattenmeers, schützte. Die Flutkatastrophe, die sich 1953 in Zeeland ereignete, ist vielen noch im Gedächtnis. Aber nur wenige wissen, dass Friesland im Jahr 1825 von einem Unglück von vergleichbaren Ausmaßen heimgesucht wurde. Als in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1825 bei einem heftigen Weststurm die friesischen Seedeiche nachgaben, blieb das Dorf Pingjum verschont. Durch die Schaffung von besseren Seedeichen und am Ende durch den Bau des Abschlussdeichs verloren Innendeiche wie das Pingjumer Gulden Halsband ihre Wasserschutzfunktion. Der Deich wurde sogar teilweise weggebaggert. Zum Glück ist einiges davon geblieben, einschließlich der Polder und Wiesen in der Umgebung dieses Jahrhunderte alten Deichs, der inzwischen unter Denkmalschutz steht.

 

Wandern

Ein Stück Deichgold

An mehreren Stellen in der Landschaft ist der Deich nach wie vor gut erkennbar. Eine Gegend, die zum Radfahren oder Wandern geradezu herausfordert. Kein Wunder, denn die ca. 16 km sind hervorragend zu Fuß zu bewältigen. Das „Halsband“ ist außerdem größtenteils auch für Reiter zugänglich. Rund um das Dorf Pingjum gibt es verschiedene Rast- und Anbindestellen für Pferde.

Die Geschichte in Geschichten

Wer Ruhe und Weite mag und trotzdem eine reichhaltige Kulturgeschichte zu schätzen weiß, ist in diesem nordwestlichen Teil der Wattenmeerküste gut aufgehoben. Wussten Sie schon, dass hier die Wurzeln der Mennoniten liegen? Menno Simons, der Begründer dieser Glaubensgemeinschaft mit weltweit über 1,3 Mio. Anhängern, wurde 1496 in Witmarsum geboren. Ein anderer berühmter Sohn der Region ist Pier Gerlofs Donia, besser bekannt als „Grutte Pier“. Dieser legendäre friesische Freiheitskämpfer wurde um 1480 in Kimswerd geboren. In seinem Geburtsdorf kann man ein in Stein gehauenes Denkmal von „Grutte Pier“ bewundern. Und es findet sich garantiert immer jemand, der die ein oder andere Anekdote über ihn erzählen kann. Geschichten wie nur die Geschichte sie schreibt.

HALSBÂN

Set earne de earste stap
op de Penjumer Gulden Halsbân
hy bochtet bou- en greidlân troch
en hat dy wynjend by de hân

folgje de dyk dy’t der noch leit
diels sljochte en ôfstutsen
dy’t iuwen de see sjoen hat
syn brekken is no brutsen

moaie wurkleaze binnendyk
drok bedriuw hat der syn stee
spat op ast der oankomst, in ljip
of út it reid in ree

sjoch Arum, Surch en Penjum
en bedikerje de tuorren
dyn paad tusken de lapen lân
is frij fan doarp en buorren

yn de rûge begroeiing op
fiele dyn skonken in himel kommen
oan it swurk fan einleas grien
brâne de hynsteblommen.
 

Dien L. de Boer
 
Vertaling: Syds Wiersma

 

Fang einfach an mit dem ersten Schritt auf dem Goldenen Halsband von Pingjum ein Halsband, das sich schlängelt durch Grasland und Kartoffelfelder und deine Füße schlängeln mit über den Deich, den es noch gibt über den Deich, der immerzu das Meer sah das hinfort nie mehr wiederkehrt ein schöner Innendeich arbeitslos zwar und dennoch voller Leben Kiebitze fliegen und aus dem Schilf erscheint ein Reh in der Ferne die Kirchtürme von Arum, Zurich und Pingjum aber dein Pfad zwischen den Landfetze meidet die Dörfer wie die Pflanzen, die hier wild wachsen begeben sich deine Füße in eine Art Himmel am grünen Firmament leuchten die Gänseblümchen.