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Kliffs Gaasterland

An der IJsselmeerküste in Gaasterland stoßen wir auf die einzigen Kliffs, die es überhaupt in den Niederlanden gibt. Es sind drei an der Zahl: in Oudemirdum, in Mirns und das Rode Klif bei Warns. Sie alle sind in der Eiszeit entstanden, als die Erde in Gaasterland durch Gletscher bis zu 13 Meter hoch aufgestaut wurde. An den Küstenstreifen bröckelte immer wieder ein Stück ab und versank in den Wellen. Zugegeben: Die Gaasterländer Kliffs können nicht mit den berühmten White Cliffs of Dover oder den irischen Cliffs of Moher mithalten, dennoch sind es echte Kliffs. Immerhin: Hier kann man seelenruhig am Rande des „Abgrunds“ balancieren und ein Selfie machen, ohne Angst haben zu müssen, dass es tödlich ausgeht. Und der Ausblick wird Sie nicht enttäuschen. Lassen Sie Ihren Blick bis zum Horizont über das IJsselmeer schweifen. 

Kliff von Oudemirdum

Um die Aussicht von dem sechs Meter hohen Kliff von Oudemirdum genießen zu können, muss man zunächst das Fahrrad oder Auto parken und dann noch ein kleines Stück über den Minne-Minnes-Pfad zum IJsselmeer spazieren. Ein einzigartiges Fleckchen Erde. Von oben herab die Ruhe, den Weitblick und die außergewöhnliche Natur genießen. Über 200 Pflanzenarten sind hier vertreten. Manche Pflanzen sind auch salzbeständig – ein Überbleibsel aus der Zeit der damals salzigen Zuiderzee. Vielleicht bekommt man auch einen Dachs zu Gesicht, der in der Kliffwand seinen Bau hat. Wer nach oben schaut, sieht mit etwas Glück eine „fliegende Tür“. Diesen Spitznamen hat der Seeadler abbekommen, dessen Flügelspannweite bis zu 2,5 Meter erreicht. Oder man hört einen Bluthänfling, eine Dorngrasmücke oder einen Schilfrohrsänger singen.

Mirnser Kliff

Sandburgen bauen am Strand? Fußball spielen im Gras? Schwimmen oder surfen im IJsselmeer? Oder vielleicht ein Waldspaziergang? Am Mirnser Kliff ist alles möglich. Hinter Ihnen die subtilen Ränder des Kliffs, das wiederum von dem dahinter gelegenen Waldstück Rijsterbos umrahmt wird. Ideal für einen Spaziergang, umgeben von riesigen Eichen und Buchen. Lassen Sie am Strand die bunten Drachen der Kitesurfer auf sich wirken oder nehmen Sie Ihr eigenes Board mit. Am Mirnser Kliff findet man auch eine Anbindestelle für Pferde. So kann man auch bei einem Ausritt entspannt verschnaufen.

Das Rode Klif bei Warns

Dieses Kliff verdankt seinen Namen der roten Farbe des eisenhaltigen Geschiebelehms, aus dem das Kliff besteht. An dieser Stelle erinnert auch ein Denkmal aus Findlingen an die Schlacht bei Warns, die am 26. September 1345 stattfand. „Leaver dea as slaef“ – „Lieber tot als Sklave“ – steht auf dem oberen Stein. Bei dieser Schlacht schlugen die Friesen die Holländer in die Flucht, nachdem Letztere zuvor von der örtlichen Bevölkerung angegriffen wurden. Sie gerieten auf Abwege und mussten sich mit ihren schweren Rüstungen durch die sumpfige Moorlandschaft quälen. Ein taktischer Fehler, der den Friesen einen Vorteil verschaffte und dazu führte, dass dieses stolze Volk seine Selbstständigkeit noch 150 Jahre lang erhalten konnte.