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Aalfischerei Slotermeer

Auch Sie können sich auf den Spuren des Aals durch Waterland van Friesland bewegen. Wie? Einfach mit dem Strom schwimmen. Dank der nachhaltigen Pflege des Aalbestandes kehren die alten Zeiten langsam aber sicher zurück. Denn Aal gibt es schon seit Jahrhunderten in Waterland van Friesland. Der lange Fisch kann auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken. Einst, zu den besten Zeiten der Aalfischerei fuhren an die 16 Schiffe ganze sechs Mal pro Jahr nach London, um dort lebenden Aal an den Mann zu bringen. Denn Kenner wissen: Der leckerste Aal kommt aus friesischen Gewässern. Das Räuchern von Aalen nennt man auf Friesisch „Ielrikje“. Frisch geräucherter Aal ist auf friesischen Märkten und in Restaurants quasi Dauergast.

Der Aalfrachter Korneliske Ykes II

Vor etwa 80 Jahren liefen friesische Aalfrachter in der englischen Hauptstadt London ein und aus. Sie hatten sogar einen eigenen Anleger, den „Hegemer Steiger“. Aal aus Friesland war damals beim einfachen Volk heiß begehrt. Allerdings war die Überfahrt beschwerlich, und in den 1930er Jahren endete diese Tradition. Völlig in Vergessenheit geriet sie jedoch nicht, und im Juni 2019 wurde sie in alter Pracht wiederbelebt: Aus dem Dorf Heeg wagte ein rekonstruierter Aalfrachter die Überfahrt nach London. Natürlich mit lebenden Aalen an Bord. Hunderte Zuschauer winkten „ihrem“ Aalfrachter Korneliske Ykes II im Hafen von Heeg mit Taschentüchern hinterher.

Willkommen an Bord

Unterwegs mit dem „Electric Eel“

Einer von 14 verbliebenen Berufsfischern in Friesland ist Freerk Visserman. Er fischt noch mit Reusen und legt seine Netze zeitlich abgestuft an verschiedenen Stellen aus. Zu Beginn des Frühjahrs setzt er seine Reusen in den Tümpeln hinter Heeg, weil dort der erste Aal gefangen werden kann. Später im Frühjahr kommen die übrigen Fangorte seines Gebietes an die Reihe. Visserman liefert direkt an Restaurants in Heeg und Umgebung. Auch verkauft er einen Teil seines Fangs an der Fischauktion von Urk. Wer Interesse hat, kann mit ihm auf Fang gehen: auf seiner fast geräuschlosen Elektroschaluppe „Electric Eel“.

Mit Freerk unterwegs

Millionen von Jungaalen

Durch den Bau von Schleusen, Pumpwerken und schließlich durch den Abschlussdeich wurde die natürliche Migration des Aals hin zur Sargassosee, dem Laichort aller Aale, behindert. Dadurch geriet die Fortpflanzung in Gefahr. Auch die Motorisierung der Schifffahrt hat dem Aalbestand alles andere als gut getan. Deshalb gilt seit 2009 ein landesweites Fangverbot. Dass man diesen besonderen Fisch trotzdem immer noch genießen kann, ist nicht zuletzt den Anstrengungen des Friesischen Binnenfischerverbandes und der Stiftung DUPAN zu verdanken, die sich für eine nachhaltige Pflege des Aalbestandes engagierten.Das erreichten sie einerseits durch Fangquoten und andererseits durch die Aussetzung von einigen Millionen von Jungaalen in den friesischen Gewässern einmal alle zwei Jahre. So erhielt die Erholung des Aalbestandes den entscheidenden Impuls.